Musikpiraten e.V. - Kinder wollen singen

Wozu das ganze?

Jahrelang haben Kindergärten und Chöre Noten für ihre Kinder einfach kopiert und niemand hat sich daran gestört. Erst in den letzten Jahren hat es sich bedauerlicherweise durchgesetzt, dass die VG Musikedition, vertreten durch die GEMA, die Kindergärten ermahnt Gebühren zu zahlen. Daran ist eigentlich auch nichts aus zu setzten. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Urheberrechte zu wahren und Gebühren für für die Nutzung der Werke zu erheben.

Viele Kindergärten können sich dies aber nicht leisten. Außerdem sind sie mit dem Verwaltungsaufwand überfordert. Schließlich muss genau erfasst werden, wie viele Kopien von welchen Liedern gemacht werden, wie viele davon verteilt werden, welche dieser Lieder urheberrechtlich geschützt sind … Das können viele Kindergärten nicht. - die Folge wäre der Zusammenbruch der musikalischen Früherziehung unserer Kinder.

Musik ist prinzipiell urheberrechtlich geschützt, das gilt nicht nur für Tonaufnahmen (bsp. MP3s oder CDs) sondern eben auch für die zugehörigen Noten. Dazu kommt noch, dass nicht nur die Musik selbst geschützt ist, sondern auch das Arrangement und unter Umständen der Notensatz selbst. Das heißt, selbst wenn ein Musikstück "gemeinfrei" ist (also niemandem mehr gehört, beispielsweise traditionelle Kinderlieder) darf das Notenblatt selbst eventuell noch nicht kopiert werden. Ein Kindergarten müsste also prüfen ob das Stück gemeinfrei ist und das vorhandene Notenblatt selbst kein geschütztes Arrangement darstellt bevor er es kopieren darf.

Das Projekt Kinder wollen singen

Das Projekt Kinder wollen singen sammelt deshalb gemeinfreie, freigegebene oder speziell lizensierte Musikstücke, setzt sie neu und bietet die Noten zum Download an. Anwender sollen auf einer einfach zu bedienenden Website mit wenigen Klicks einzelne Lieder oder auch ganze Liedgruppen exportieren können und die Sicherheit haben, dass sie diese Lieder auch verwenden dürfen und sie die Texte und Noten so oft ausdrucken können, wie sie wollen.

Die Kinderliederbuchaktion

Bücher In diesem Projekt wurde Anfang 2011 die Idee geäußert, ein Liederbuch mit gemeinfreien Kinderliedern zu schaffen und an die Kindergärten zu verteilen - ein Riesenprojekt für einen Verein mit nicht mal 30 Mitgliedern. Die Idee stieß überall auf spontane Begeisterung. Schnell wurde ermittelt, dass es in Deutschland 50299 Kindertagesstätten gibt und der Druck einer so großen Auflage von Liederbüchern etwa 40000 Euro kosten würde. Am 1. Februar 2011 wurde veröffentlicht, dass man die Liederbücher drucken will. In wenigen Tagen war das nötige Geld durch Spenden zusammen gekommen. Das Projekt fand auch bei der Piratenpartei Zustimmung und wurde nicht nur durch Spenden unterstützt, sondern man bot auch an, zusammen mit über 200 Privatpersonen und institutionellen Einrichtungen, wie der AWO und der Hochschule für Musik und Theater Rostock, bei der Verteilung der Bücher zu helfen. In Hamburg wurde den Musikpiraten von ganz unerwarteter Seite Schützenhilfe zuteil: die Besatzung einer Korvette der Bundeswehr hat sich als Großverteiler für die Hansestadt angeboten.

Alle Lieder wurden von Freiwilligen neu gesetzt um sicher zu stellen, dass nicht ein geschütztes Layout verwendet wird. Dann wurde ein Entwurf an die VG Musikedition geschickt, damit die alles auf Gemeinfreiheit prüfen sollte. Im Mai war es dann nach einigen Verzögerungen soweit. Die Bücher wurden gedruckt.

Verteilung in der Südpfalz

In Landau und im Landkreis Südliche Weinstraße hat der damalige Kreisverband Landau/Südliche Weinstraße der Piratenpartei die Verteilung der Bücher übernommen. (Inzwischen wurde der Kreisverband Südpfalz der Piratenpartei gegründet, der jetzt die Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße und die kreisfreie Stadt Landau umfasst. Den bisherigen Kreisverband Landau/Südliche Weinstraße gibt es nicht mehr.) Durch eine Spende eines Piraten konnten die Bücher einzeln per Post an die KiTas geschickt werden. Im Landkreis Germerheim gab es noch keinen Verband der Piratenpartei. Hier wurden die Bücher persönlich von einem Piraten an die KiTas verteilt.

Die Musikpiraten hatten die Adressen der KiTas aus einer Statistktabelle bezogen und mitgeschickt. Schnell stellte sich heraus, dass die Tabelle nicht aktuell war. Bei einigen KiTas waren falsche Adressen eingetragen. Bei anderen waren provisorische Adessen eingetragen, die eigentlich Ausweichquartiere während längs abgeschlossener Bauarbeiten waren. Einige KiTas aren sogar mit solchen Ausweichadressen und außerdem mit ihrer normalen Adresse eingetragen. 2 der eingetragenen Kitas gab es gar nicht. So ergab es sich, dass die Verteilung mehrere Wochen gedauert hat. Sie ist seit Mitte August abgeschlossen. Dabei sind einige Bücher übrig blieben.

Natürlich ist es gut möglich, dass in dieser Liste auch einige KiTas fehlen oder dass es neue KiTas gibt, die nicht enthalten sind. KiTas aus der Südpfalz, die noch kein Buch bekommen haben, können sich auf http://f-i-t.net/Musikpiraten/feedback.php melden. Sie bekommen dann jeweils ein kostenloses Buch zugeschickt, solange noch welche da sind.

Download, Nachdruck, Kauf der Printversion

Das Buch wurde aber nicht nur zur kostenlosen Verteilung an KiTas erstellt. Jeder kann das Buch kostenlos downloaden und nutzen.